Katinka Bock ist eine deutsche Künstlerin und Bildhauerin, geboren 1976 in Frankfurt am Main. Sie lebt zwischen Paris und Berlin und entwickelt eine Praxis, die Skulptur, Fotografie, Video und Installation miteinander verbindet. Ihre Arbeit erforscht die Beziehungen zwischen Materialien, Raum, Zeit und natürlichen Transformationsprozessen. Häufig verwendet sie rohe Elemente wie Terrakotta, Metall, Holz oder Wasser, die sie mit ihrem jeweiligen Ausstellungsraum in Spannung setzt. Katinka Bock ist international anerkannt und hat in zahlreichen Institutionen und Biennalen ausgestellt, unter anderem in Paris, Berlin, Venedig und São Paulo.
Im Jahr 2026 unterstützte das Bureau des arts visuels ihre Ausstellung Kartographien des Wachstums, im Dialog mit Lois Weinberger, die vom 7. Februar bis 7. Juni 2026 im Marta Herfordgezeigt wurde.
Wie würdest du dein visuelles Universum in drei Worten beschreiben?
Katinka Bock: überbordend, zärtlich, scharf.
In welchem Moment entzieht sich dir ein Werk – und ist es genau dann für dich wirklich interessant?
Katinka Bock: In diesem Entgleiten interessieren mich die Dringlichkeit der Entscheidung, das Stottern und der Bindestrich zwischen voneinander entfernten Formen.
Wie hast du diese Ausstellung im Marta Herford konzipiert?
Katinka Bock: Ich habe verschiedene Zeitlichkeiten und Räume miteinander verflochten. Mehrere Werke entstanden zunächst im Außenraum oder in atypischen Kontexten, bevor sie neu interpretiert und anschließend im Marta gezeigt wurden. Die Architektur von Frank Gehry erinnert an lichtdurchflutete Höhlen, an weiche und organische Formen, wie atmende Körper. Durch diese Entsprechungen entsteht ein Dialog zwischen seiner Formensprache und meiner – auf unterschiedlichen Maßstabsebenen.
Als Deutsche, die seit vielen Jahren in Paris lebt: Was bedeutet es für dich heute, deine Arbeit in Deutschland zu zeigen?
Katinka Bock: Meine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zweier Kulturen. Meine Anfänge als Künstlerin entwickelten sich an der Seite von Jan Hoet, dem damaligen Direktor des Marta Herford, sowie gemeinsam mit Kathleen Rahn. Heute knüpfe ich den Faden eines für mich sehr kostbaren Dialogs weiter – beständig, trotz seiner Unterbrechungen.
Das Interview wurde im April 2026 von Julie Goy, deutsch-französische Kunsthistorikerin und Kunstkritikerin, geführt.